Die Mäntel die wir tragen

von den Rollen, die wir spielen

Die Mäntel die ich trage

Die verschiedenen Rollen, die wir im Leben spielen


Die Mäntel die ich trage

Heute ziehe ich wieder einen Impuls aus meiner Story-Box, um meine Gedanken „zu Papier“ zu bringen. Naja, nicht Papier im herkömmlichen Sinne, eher die Finger an der Tastatur.

Und es sind die Rollen die ich – und auch sicher Du – im täglichen Leben spielen.

Ich nenne es auch gerne die Mäntel, die wir tragen.


Wann bist Du nur Du?
Ganz allein Du?

Ich selbst bin ganz bei mir, wenn ich meditiere oder zB in den Wald gehe. Nur ganz für mich bin, mir selbst etwas Gutes tue. Oder wenn ich mich intuitv an ein Acryl-Bild aufmache, ein Kraftbild zu erschaffen.
Auch beim Yoga, dass ich wieder angefangen habe, bin ich ganz bei mir oder auch wenn ich an indischen Zeremonien teilnehme, dann bin ich ganz ich.

Im Rahmen meiner Psychotherapie, die ich vor gut 5 Jahren erfahren habe, stellte ich fest, dass ich im täglichen Leben viele Rollen einnehme.

Ich bin Mutter und kümmere mich um mein Kind.
Das ist eine Rolle, die ich mir selbst gewählt habe und ich erfülle diese so gut ich kann und am Besten mit Freude. Und mit der kindlichen Leichtigkeit konnte ich viele lachende Momente erleben. Denn mit meiner Tochter Quatsch machen und mich auf das fröhliche Miteinander einlassen, war und ist Balsam für meine Seele gewesen und auch heute noch mache ich gerne diesen kindlichen „Unsinn“.  Ich lasse mein inneres Kind lachen und jauchzen.

Nicht immer und zu jeder Zeit ist das möglich.
Denn schließlich warten ja noch andere Mäntel an der Garderobe auf mich.


Ich bin die, die auch einen Bürojob hat, um für mein Einkommen zu sorgen.
Da gibt es Regeln, Vorschiften, andere Kollegen und Vorgesetzte. Auch da füge ich mich ein und spiele diese Rolle.

In diesen Situationen bin ich eben die Kollegin, die Mitarbeiterin, die Frau am Telefon, die eben arbeitet. Diese Rolle ist nicht immer ganz so schön, wie die der Mutter, aber notwendig. Diesen Mantel lege ich innerlich ab, wenn ich aus dem Büro gehe. Oder hänge ihn bildlich gesprochen an den Haken, wenn ich nach Hause komme.


Ich bin auch Partnerin, die Frau die gerne mit Ihrem Lebensgefährten Zeit gemeinsam verbringt. Auch ein Familienmensch, der im gemeinsamen Zusammensein auch eine Rolle hat. Auch diesen Mantel nehme ich gerne. Wenn auch nicht immer und zu jeder Zeit.

Ich bin die Hilfsbereite, die Frau die oft einfach hilft. Wenn eine Freundin anruft und mich bittet, eine Arznei aus der Apotheke für sie zu holen, weil ihr Kind mit 40° Fieber zu Hause ist, mache ich es gerne. Selbstverständlich nehme ich auch diese Rolle an. Denn in einer Freundschaft ist es ein Geben und Nehmen. Freunde sind auch wichtig, nicht um nur zu helfen. Auch gemeinsam durch dick und dünn zu gehen. Trost spenden und auch selbst erhalten, gemeinsam schöne Momente erleben und miteinander zu reden. Auch diesen Mantel mag ich, wenn es nicht zu einseitig ist. Auch mir geholfen wird, wenn ich auch einmal Unterstützung brauche.

Die Therapeutin und Energetikerin, ebenfalls ein Mantel den ich sehr gerne mag. Ich helfe nun mal gerne Menschen und unterstütze sie, wie ich es vermag. Doch auch diesen Mantel kann ich nicht immer tragen. Und auch diesen Mantel versuche ich abzulegen und innerlich wieder an die Garderobe zu hängen, spätestens wenn ich nach Hause komme. Das was vom Tag an mir „hängen bleibt“, all die Sorgen und Nöte der anderen Menschen, reinige ich und „entlade“ diese auf meine Weise. Damit ich wieder ich bin.

Dann noch der Mantel für die Familie.
Da bin ich Schwester, Tochter, Enkelin, Tante, Cousine etc.

Nicht immer ist dieser Familien-Mantel leicht zu tragen. Und gerade in diesem Familienkreis gibt es kleine und große Herausforderungen. Erwartungen sind da aus diesem Kreis und früher habe ich ungefragt diese Rolle übernommen und mich teilweise auch ein bisschen verbogen, um diese Erwartungen zu erfüllen.
Es ist eine Rolle, die mir von Geburt an zugeschrieben worden ist, um im Familiensystem meinen Platz einzunehmen.
Ich erfülle diese so gut ich es vermag, allerdings habe ich auch gelernt, mich besser abzugrenzen und auch auf mich zu schauen.

Und so gibt es sicher noch einige andere Rollen und Mäntel, die ich ab und an anziehe. Wie den der Frau, die die Meditation oder den kreativen Workshop leitet.


Die Kunst ist es, selbst im Blick zu haben, wenn ich gerade keinen Mantel mehr tragen möchte oder mein Ich-bin-ich-selbst-Mantel zu lange schon an der Garderobe hing, ohne ihn anzuziehen.

Das sind die Momente in denen es innerlich ruft – Waldbaden, Farben zu mir her oder nach was mir dann eben gerade ist.

Raus und nur für mich sein.
Eintauchen.
Achtsam den Wald erspüren und dabei Kraft tanken.
Entladen von einem Zuviel der anderen Mäntel & Rollen.

Für mich zu sorgen, mit Natur & Achtsamkeit, mit Farben gestalten, lesen, nähen, neurographieren etc.

Für mich zu sorgen, dass ich Entspannung finde bei einer Massage oder beim Yoga.

Für mich zu sorgen, dass ich die Dinge mache, die mir Ruhe ins Herz bringen, wie zB kreativ sein mit Farbe im Flow, Neurographik oder auch Meditation.

Es geht nicht darum im Leben ständig und für alle Mitmenschen meine Mäntel anzuziehen und für andere da zu sein.
Natürlich ist es schön, wenn die Hilfe ankommt und ich Dankbarkeit zurückerhalte. Natürlich ist es schön zu spüren, wenn ich mit meiner Arbeit als Energetikerin und Kreativ-Coach Menschen helfen kann, wieder ein Stück mehr bei sich anzukommen. Kraft zu tanken, Entspannung bei meinen Klienten herstellen, Erdung und Anbindung an sich selbst.

Doch eines darf ich nie vergessen – mich selbst!

Denn wenn ich nicht in meiner Kraft bin, kann ich auch nicht für andere all diese Dinge tun. Dann wird der Mantel der Partnerin, der Mutter, der Tochter, der guten Nachbarin, der guten Freundin, der Hilfsbereiten und der Therapeutin sehr schwer zu tragen.
Dann geht es an meine eigene Substanz und den Burnout hatte ich schon.

Eine sehr „dunkle“ Zeit, nach der ich mich erst wieder selber finden musste.

Wo ist dein Mantel? Der, bei dem Du nur Du bist?

Oder besser, wann bist Du „nackt“? Darfst sein, wie Du gerade bist und kümmerst Dich mit Freude um Dich selbst.

Selbstliebe!

Ja, dass ist es.

Und dazu habe ich bereits einen Artikel geschrieben.
Du findest ihn hier.

Ein gesunder Egoismus und ein alternatives Nein-Sagen – nicht immer, doch es ist unendlich wichtig.
Denn wenn ich nicht auf mich schaue, bin ich gleich wieder selbst im Hamsterrad und meine Energie verflüchtigt sich.

Daher mein Rat an Dich!

Schaue auf Dich selbst, denn Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben.

Du hast nur das eine Leben, lebe es so gut Du kannst.
Bringe Freude hinein, Gelassenheit, ein Nein zur rechten Zeit gesprochen hilft Dir selbst am Meisten.

Du musst nicht immer alle Erwartungen aus deinem Umfeld erfüllen.
Du musst Dir nicht alle Mäntel anziehen, die auf Dich an der Garderobe warten.

Lade die kindliche Freude in dein Leben ein, mach Quatsch, lache, singe, tanze, lebe & liebe als gäbe es kein Morgen.

Im Juli 2019 (copyright Sabine Makkos)